Was ist eine nachhaltige Ernährung?

Unsere Ernährung zählt zu den wichtigsten Faktoren in Bezug auf den Klimawandel. Allein in Deutschland trägt unsere Ernährung zu ca. 25% der jährlichen Treibhaus-Emissionen bei. Was genau eine nachhaltige Ernährung ist und was du selbst tun kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Starten wir mit ein paar Fakten über unsere Ernährung:

  • 7 Milliarden Menschen müssen weltweit ernährt werden.
  • Durchschnittlich isst ein Mensch pro Jahr 500 kg Lebensmittel, wodurch etwa 2 Tonnen CO2 entstehen (Quelle: BMU).
  • 45% der Treibhausgase entstehen bei der Erzeugung und Produktion, der Rest bei der Lagerung und Transport (Quelle: Bundeszentrum für Ernährung).
  • Nur 6% des weltweiten Soja-Anbaus werden für den menschlichen Verzehr produziert, ca. 79% werden für die Nutztierhaltung verwendet (Quelle: SCINEXX, das Wissensmagazin).
  • Um 1 kg Schweinefleisch zu erzeugen, werden rund 3 kg Futtermittel wie Getreide, Soja und Mais gebraucht (Quelle: SCINEXX, das Wissensmagazin).
  • Für ein Rindersteak werden schätzungsweise 160% mehr Land, Wasser und Brennstoffressourcen gebraucht als für ein pflanzliches Gericht mit gleicher Kalorienanzahl (Quelle: SCINEXX, das Wissensmagazin).
  • 91,6% der weltweiten Agrarflächen werden momentan zur Erzeugung von Futtermitteln verwendet (Quelle: Umweltbundesamt).

 

Sind diese Infos für dich neu oder bereits altbekannt? Ich habe sie zwar alle schon gehört aber sie schockieren mich immer wieder. Natürlich müssen wir alle essen und trinken und dass dabei CO2 entsteht ist nun mal so. Bis wir aber tierische Produkte verzehren können, werden Unmengen Wasser, Futtermittel und Energie benötigt. Wenn wir diese direkt einnehmen würden, wäre das sehr viel effizienter. Die Frage ist also, wie viel Treibhausgase für unserer Ernährung vertretbar sind und vor allem, wie wir zukünftig die steigende Weltbevölkerung ernähren wollen?

Nachhaltige Ernährung durch Nüsse
Photo by Maddi Bazzocco on Unsplash

Was können wir also tun?

 

1. Mehr pflanzliche Produkte

In den letzten 40-50 Jahren hat sich unserer Ernährung immer mehr in Richtung tierische Produkte entwickelt. Oftmals steht im Mittelpunkt ein Stück Fleisch oder Fisch und als Beilagen gibt es etwas Kartoffeln oder Salat. Auf den meisten deutschen Frühstückstischen stehen Butter, Käse, Wurst, Milch, Joghurt und Eier. Wenn wir stattdessen mehr Haferflocken mit Pflanzenmilch und Obst essen, oder Vollkornbrot mit pflanzlichen Aufstrichen, dann tun wir nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit etwas Gutes. Denn tierische Produkte enthalten kaum Ballaststoffe. Diese sind allerdings super wichtig für unsere Darmgesundheit.

Durch den hohen Konsum an tierischen Produkten und Weißmehlprodukten kommen die meisten Deutschen allerdings nicht auf die empfohlene Dosis von 30g Ballaststoffen pro Tag. Da sich aber unsere Darmbakterien von Ballaststoffen ernähren und diese wiederum für unser Immunsystem verantwortlich sind, ist ein hoher Ballaststoffgehalt enorm wichtig. Zudem reinigen sie unseren Darm, da sie Abfallprodukte binden und zusätzlich sättigen sie schneller.

 

2. Essen mit dem Saisonkalender

Insbesondere regionale Freilandware sowie Gemüse aus Folientunneln und unbeheizten Gewächshäusern hat eine top Klimabilanz. Wenn du denkst, eine saisonale Ernährung sei langweilig, dann muss ich dich enttäuschen 😉 Ich habe jahrelang immer die gleichen Lebensmittel gekauft: Gurken, Paprika und Tomaten sowohl im Sommer als auch im Winter. Das war wirklich einseitig! Eine Ernährung rund um den Saisonkalender ist super abwechslungsreich und je frischer und regionaler, desto besser schmeckt auch das Gemüse. Klar gibt es im Winter viel Kohl, aber wusstest du dass es über 50 Kohlarten in Deutschland gibt?

Für mich persönlich hat eine saisonale und regionale Ernährung sehr viel Vielfalt auf den Teller gebracht. Viele Gemüsesorten kannte ich vorher auch gar nicht und hätte wirklich etwas verpasst, wenn ich weiterhin nur Tomaten, Paprika und Gurken gegessen hätte. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Obst und Gemüse der Saison meist günstiger ist.

 

3. Keine Lebensmittel wegwerfen

Was glaubst du, wie viele Lebensmittel jedes Jahr weggeworfen werden?

Die Deutschen werfen im Jahr ca. 10 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll, die allerdings noch genießbar wären.

Das ist so viel, dass ich es mir persönlich gar nicht vorstellen kann. Pro Person runtergebrochen ist es etwas gfreifbarer: in Deutschland wirft im Schnitt jeder Bürger ca. 80 kg Lebensmittel weg (Quelle: Umweltbundesamt).

Was du tun kannst:

  • Vermeide Spontan-Käufe und plane stattdessen die Mahlzeiten für die kommenden Tage und kaufe gezielt dafür ein. Schreibe dafür einen Einkaufszettel, das geht auch super mit dem Handy. Dann kannst du auch direkt alles abhaken.
  • Lasse dich nicht von Mengenrabatten (z.B. Kaufe drei zum Preis von zwei) blenden. Wenn du die Lebensmittel nicht rechtzeitig aufessen kannst, dann hast du nämlich auch nichts gespart.
  • Falls doch mal Lebensmittel übrig sein sollten, dann frage Nachbarn und Freunde, ob sie die Sachen haben möchten. Du weißt ja: sharing is caring 🙂
  • Glaube nicht dem MHD auf der Verpackung sondern überzeuge dich selbst, ob die Ware noch gut ist. Normalerweise kann man am Aussehen und Geruch sehr schnell erkennen, ob ein Lebensmittel noch gut ist. Das Mindesthalbtbarkeitsdatum ist ja nur ein Richtwert und sollte daher nicht für bare Münze genommen werden.
Gemüsekiste in München
Photo by Anurag Arora on Unsplash

 

4. Bio-Lebensmittel bevorzugen

Biologisches Obst und Gemüse ist klimafreundlicher, denn es werden keine Pestizide oder chemischen Dünger verwendet (Quelle: BMU).  Gerade die Verwendung von chemischen Düngern trägt in der konventionellen Landwirtschaft zu einem erhöhten CO2 Ausstoß bei, je nach Produkt zwischen 13 und 23% (Quelle: Fachzeitschrift Ökologie und Landbau). Abgesehen davon, dass Pestizide und Co zum Insektensterben beitragen und Rückstände in den Lebensmitteln auch sicher nicht gut für den menschlichen Organismus sind. Mir persönlich ist es deshalb ein Anliegen, dass ökologischer Landbau zukünftig zum Normalzustand wird und dadurch jeder Zugang zu Bio-Lebensmitteln bekommt.

 

5. Verpackungsfrei einkaufen

Das Thema Verpackungen ist ziemlich vielschichtig und kompliziert. Tatsache ist aber, dass im Lebensmittelbereich sehr viel Plastik als Verpackung eingesetzt wird, auch wenn es oft nicht nötig wäre. Wusstest du eigentlich, dass Plastik aus Erdöl gemacht wird? Für die rund 5,2 Milliarden Plastiktüten, die hierzulande jährlich benutzt werden, sind rund 260 Millionen Liter Erdöl notwendig (Quelle: Earth System Knowledge Platform).

Da ein ziemlich großer Teil unseres Plastiks schon in den Ozeanen gelandet ist, belastet es dort die Umwelt stark. Denn die Weltmeere binden bisher ca. 40% des menschengemachten Treibhaus-Emissionen. Durch die zunehmende Vermüllung der Meere, wird diese Funktion allerdings beeinträchtigt.

Ein weiteres Problem ist, dass Plastik relativ schlecht zu recyceln ist und dabei auch wieder sehr viel Energie aufgewendet werden muss. Trotzdem würde ich immer Plastik-Müll trennen und separat entsorgen. Am besten versuchen wir aber, einfach Plastikmüll und andere Verpackungen zu vermeiden –  sofern möglich.

Was du tun kannst:

  • Gehe auf Wochenmärkte und kaufe dort mit eigenen Taschen und Gläsern ein.
  • Im Bio-Laden einkaufen, denn in den meisten in Bio-Läden wird Obst und Gemüse unverpackt verkauft und oft auf Papier- statt Plastikverpackungen gesetzt. In einigen Bio-Läden kannst du dir mittlerweile auch Haferflocken, Nudeln usw. in mitgebrachten Behältern abfüllen
  • Abonniere eine Gemüsekiste, die von regionalen Erzeugern stammt ist auch eine Alternative um saisonale und unverpackte Lebensmittel zu kaufen.
  • Kaufe in Unverpackt-Läden. Sie gibt es mittlerweile in fast jeder Stadt und auch wenn es etwas aufwendiger ist, lohnt es sich meiner Meinung nach. Ich fahre ca. alle 4 Wochen mit einem Rucksack voller Behälter zum Unverpackt Laden und lasse mir dort vor allem Nüsse, Hülsenfrüche, Trockenfrüchte, Nudeln, Getreide, Haferflocken, Reis, Saaten und Körner usw abfüllen.

 

Jeder Schritt zählt!

Du siehst, es gibt eine Menge, das du und ich als Einzelne tun können, um alleine durch unsere Ernährung etwas für unseren Planeten zu tun. Wenn man bedenkt, wie viel jeder von uns jährlich konsumiert, können durch diese Maßnahmen ordentlich Treibhausgase eingespart werden. Auch wenn einige dieser Dinge evtl. neu oder ungewohnt sind, so werden sie auf Dauer einfach zu einer neuen Gewohnheit werden. Das kann ich dir auf jeden Fall versprechen 🙂 Und sei nicht zu hart zu dir, denn jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt!

 

Bei Fragen dazu, melde dich gerne über das Kontaktformular oder hinterlasse mir einen Kommentar.

Deine Annabel

 



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