Die häufigsten Fragen zum Anusara Yoga Teacher Training

Rückblickend auf mein Yoga Teacher Training in Anusara Yoga möchte ich meine Erfahrungen mit dir in diesem Beitrag teilen und vor allem die häufigsten Fragen beantworten. Als ich damals selbst recherchiert habe, konnte ich nämlich kaum Informationen dazu finden. Also falls du dich für ein Yoga Teacher Training interessierst und eventuell sogar in Anusara Yoga, dann bist du hier genau richtig. 

Anusara Yoga Teacher Training Erfahrungen und Fragen

Was ist eigentlich Anusara® Yoga?

Falls du nicht genau weißt, was Anusara Yoga ist, möchte ich es dir an dieser Stelle kurz erklären. Anusara Yoga ist eine relativ moderne Form des klassischen Hatha Yoga. Anusara bedeutet so viel wie “mit dem Herz fließen” oder “im Fluss des Lebens zu sein”. Der Stil ist sehr ausrichtungsbasiert, d.h. alle Haltungen werden sehr präzise angesagt. Zur besseren und vor allem gesünderen Ausrichtung werden biomechanische Ausrichtungsprinzipien angewandt. Das Ziel: gesundes Praktizieren, optimal auf den individuellen Körper abgestimmt. Ein weiteres Merkmal von Anusara Yoga ist die tantrische Philosophie, welche ein lebensbejahendes und tolerantes Weltbild vermittelt. Die Philosophie fließt in jede Anusara Stunde in Form eines Herzthemas ein, wodurch die physische und emotionale Ebene verbunden werden.  Und zum Schluss ist da noch Kula – die Gemeinschaft, die im Anusara eine wichtige Rolle spielt.

 

Wie läuft ein Anusara Yoga Teacher Training ab?

Zuerst einmal eine Besonderheit im Anusara Yoga: Die Grundausbildung ist aufgeteilt in die Immersion (=108 Stunden) und  das Teacher Training (= 100 Stunden). In der Regel kannst du sogar beides getrennt buchen und z.B. nur an der Immersion teilnehmen. Wenn du schon mal an einer Anusara Immersion teilgenommen hast, dann kannst du ggfs. auch nur den Teacher Teil machen, das kommt allerdings darauf an, wann und wo du die Immersion gemacht hast. Soweit ich weiß, gibt es diese Aufteilung in anderen Yoga-Stilen nicht.

 

Wie kann man sich die Immersion bzw. das Teacher Training vorstellen?

Anusara Immersion

Auf Englisch bedeutet Immersion so viel wie ‘Eintauchen’. Dieser Teil ist also dafür gedacht, dass du selbst deine Anusara Praxis vertiefst. Du lernst in diesen 108 Stunden, was die Universellen Prinzipien der Ausrichtung (UPAs) sind und erfährst wie sich das im Körper anfühlt. In erster Linie geht es wirklich um die Selbsterfahrung, aber auch wie der Körper anatomisch aufgebaut ist und wie die biomechanischen Prinzipien im Körper wirken. Auch die Yoga Philosophie ist ein wichtiger Teil der Immersion. Hier lernst du alle Grundlagen wie z.B. was die Bhagavad Gita ist und das Yoga Sutra nach Patanjali.

Wie eingangs schon erwähnt, beruht Anusara Yoga auf der tantrischen Philosophie, die auch schon in der Immersion ausführlich durchgenommen wird. Insgesamt wird in der Immersion auch ziemlich viel praktiziert. Bei meiner Immersion bei Barbra Noh hatten wir am Vormittag in der Regel einen Workshop zu einem Thema (ca. 2,5 Stunden) und dann meistens am Nachmittag eine kürzere Praxiseinheit bzw. Übungen. Wir bekamen auch immer wieder Übungen für Zuhause und meine eigene Praxis hat sich durch die Immersion auch um Welten verbessert.

 

Anusara Teacher Training

Im Teacher Teil geht es dann nur noch darum, wie du selbst als Yoga-LehrerIn anleitest (v.a. die UPAs), was es bedeutet den Sitz des Lehrers einzunehmen, eine Stunde aufbaust und ein Herzthema in deinen Unterricht einbaust. In vielen Praxisübungen mit PartnerIn oder in Kleingruppen, konnten wir dies dann üben. Anfänglich ging es nur um die Basics, z.B. wie sagt man eine Bewegung und den Atem gut an. Dann haben wir nach und nach ein Element nach dem anderen hinzugenommen, bis wir schließlich bei der Königsdisziplin – dem Verflechten eines Herzthemas – angelangt waren.

Insgesamt empfand ich diese Aufteilung als extrem wertvoll. Da ich wirklich das Gefühl hatte, im Teacher Teil super vorbereitet zu sein und wir waren alle auf dem gleichen Stand. Zudem ist die eigene Praxis die Grundlage für die Vermittlung der Inhalte an die Schüler. Daher macht es aus meiner Sicht total Sinn, sich zunächst auf die eigene Praxis zu konzentrieren.

 

Wie fortgeschritten muss die eigene Praxis sein um Yoga Teacher zu werden?

Diese Frage habe ich ganz oft bekommen, gleich gefolgt von: “kannst du denn schon den Kopfstand” oder “bringst du im Hund deine Fersen komplett  auf die Matte?”. 😀

Wenn du gerne Yoga-LehrerIn werden möchtest, dann mach dir über so etwas gar keine Gedanken. Darum geht es im Yoga nämlich nicht und schon gar nicht im Anusara Yoga. Im Anusara möchten wir keinen Kompromiss in der Ausrichtung eingehen nur um beispielsweise die Fersen auf den Boden zu bekommen im Hinabschauenden Hund. Aber zurück zur eigentlichen Frage. Bei meinem Teacher Training war die Anforderung mindestens 2 Jahre eine regelmäßige Praxis zu haben – egal in welchem Yogastil.  Ich persönlich empfand es aber als hilfreich, dass ich schon seit einiger Zeit regelmäßig als Schülerin an Anusara-Stunden teilgenommen hatte. Selbstverständlich solltest du auch gesund sein und in guter körperlicher Verfassung, wenn du dich zu einem Yoga Teacher Training anmeldest.

In der Immersion haben wir auch sehr fortgeschrittene Asanas geübt, was aber nicht heißt, dass du diese schon beherrschen musst. Das ist ja auch das Schöne am Yoga – es gibt immer Herausforderungen, egal wie fortgeschritten man ist.

 

Muss man sich auf ein Yoga Teacher Training bewerben?

Bei meinem Yoga Teacher Training musste ich vorab eine Art Bewerbungsbogen ausfüllen, in der einige Fragen zu meiner bisherigen Praxis, Erfahrungen usw. gestellt wurden.  Bei anderen Ausbildungen gibt es zum Beispiel auch die Anforderung, vorab einen Aufsatz zu einem bestimmten Thema zu verfassen. Es kommt also am Ende immer darauf an, bei wem du die Ausbildung machst.

 

Gibt es am Ende eine Prüfung?

Auch das kommt auf das Training an und den Yoga-Stil. In meiner Ausbildung gab es keine schriftliche oder praktische Abschlussprüfung. Um die Ausbildung mit Zertifikat erfolgreich abzuschließen mussten wir zunächst an allen Terminen teilnehmen. Nach der Immersion gab es dann ein Empowerment Review, das wir zu Hause ausfüllen mussten. Das war ein Fragebogen mit zur tantrischen Philoshophie sowie zu Anatomie und Ausrichtung. Im Teacher Teil mussten wir immer wieder in Kleingruppen anleiten sowie die ganze Gruppe. Mit dem Zertifikat können wir uns bei der Yoga Alliance registrieren.

Bei der Anusara School of Hatha gibt es parallel noch ein weiteres Zertifizierungs-System. Nach zwei Jahren Lehrertätigkeit – als Anusara Elements YogalehrerIn – gibt es die Möglichkeit sich als “Anusara Inspired” lizensieren zu lassen, mehr dazu findest du hier.

 

Was hat mir an meiner Ausbildung am meisten gefallen?

Diese Frage wurde häufig gestellt am Ende der Ausbildung. Abgesehen davon, dass ich die Aufteilung in Immersion und Teacher Training sehr gut empfand, war die Ausbildung bei Barbra einfach super abwechslungsreich – in vielerlei Hinsicht. Zum einen weil der therapeutische Ansatz und Barbras Ausrichtungen immer wieder für Staunen sorgten und ich in der Auseinandersetzung mit philosophischen Themen für’s Leben gelernt habe.  Zum anderen weil tolle GastlehrerInnen dabei waren und die typischen”Lehrplan-Themen” noch erweitert wurden, z.B. durch Vorträge in Ayurveda und Ostheopathie. Diese Mischung hat eine ganzheitliche bzw. interdisziplinäre Sichtweise auf Yoga und Körperarbeit gegeben, was ich als wahnsinnige bereichernd empfand. Zu guter letzt war es die intensive Gruppenerfahrung, die das Training so besonders gemacht hat. Noch nie in meinem Leben habe ich mich in einer großen Gruppe (zwischen 30 und 40 Personen) so wohl gefühlt. Es war einfach so eine warmherzige und wohlwollende Energie in dieser Gruppe, wie ich es vorher noch nie erlebt habe. So eine Yogalehrer-Ausbildung ist einfach mehr als nur eine Trainer Ausbildung …

 

Bist du gerade auf der Suche nach einem Yoga Teacher Training? Dann helfen dir diese Tipps eventuell die richtige Ausbildung für dich zu finden.

 

Wenn du noch weitere Fragen hast, dann schreibe sie doch einfach in die Kommentare, dann haben alle etwas davon 🙂

Deine Annabel


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